14.03.2018

Von Blumen und Elementen

Newsbild Xenia Kratel und Sophie Bartel gewinnen Regionalentscheid. Anna Kratel wurde zweite.

Um die Vielzahl der Blumen oder die chemischen Elemente in dem kryptischen Periodensystem zu erkennen, ist Auswendiglernen unabdingbar. Drei Buchloer Schülerinnen haben sich darüber Gedanken gemacht und Programme geschrieben, mit denen das Erkennen von Blumen und chemischen Elementen erleichtert wird. Dafür wurden Sophie Bartl und Xenia Kratel mit dem ersten Preis sowie Anna Kratel mit dem zweiten beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht in Augsburg ausgezeichnet. „Das ist sehr erfreulich und auch toll, was die drei gemacht haben“, lobt ihre Betreuerin Ursula Spit.

Die drei Gymnasiastinnen gehören zu den Kindern, denen Spit in der Kolpingfamilie Buchloe ehrenamtlich das Programmieren beibringt. Das macht die Wirtschaftsinformatikerin mit Unterbrechungen seit zehn Jahren, bei Kolping inzwischen bald vier Jahre. Die Kinder können dabei die Themen selbst wählen, egal ob Feuerwehr oder Fußball, Musik oder Widerstandsberechnung, erläutert Spit.

Sophie Bartl (13) und Xenia Kratel (12) wählten sich ein Thema aus dem Bereich Biologie. „Wir sollten für die Schule ein Herbarium machen und dafür die Blumen finden. Mit einem Computerprogramm wird das einfacher“, erzählt Xenia Kratel über die Motivation der Siebtklässlerinnen. Dafür mussten sie zunächst Grundsätzliches über die Programmiersprache C# (C-Sharp) lernen. „Sie sind zwar noch am Anfang, aber sie haben Schritt für Schritt gelernt, ihr Programm zu schreiben“, berichtet Spit. Zunächst aber brauchten Sophie Bartl und Xenia Kratel ein Konzept: Sie mussten sich für ihr Blumenfindungsprogramm Kriterien ausdenken: Blattzahl und -form, Farbe, Fundort und -zeit sowie Größe der Pflanzen, erzählt Bartl. Alsdann scannten sie eine Auswahl von Blumenbildern ein. Hilfe für die theoretische Arbeit bekamen sie aus der Fachliteratur und am PC von Spit – dabei mussten die Schülerinnen den Quelltext für das Programm selber schreiben.

Das Ergebnis ist eine übersichtliche Seite mit verschiedenen Buttons, die selbst erklärend sind. Der Nutzer kann also nacheinander seine Beobachtungen in das Programm eingeben und bekommt am Ende den Namen der Blume angeboten – 60 verschiedene Arten hat das Duo eingearbeitet. In der Praxis haben sie es aber noch nicht wirklich ausprobiert: „Das ist im Winter auch schwer, weil dann nicht viele Blumen wachsen“, erklärt Bartl.

Ihr Werk stellten die beiden bei dem Regionalwettbewerb bei MAN in Augsburg vor. Die Juroren würdigten nicht nur das Programm und die Arbeit der Schülerinnen, sondern auch die aufwendige Standgestaltung, berichtet Xenia Kratel. Für das Gesamtwerk gab es den ersten Preis in der Kategorie Informatik bei „Schüler experimentiert“ für Kinder unter 14 Jahre. Mit dem Sieg hat sich das Duo für den Landesentscheid qualifiziert, der am 16. und 17. März bei BMW in Dingolfing stattfinden wird. Der Veranstaltung sehen Bartl und Kratel gelassen entgegen: „Wir lassen es auf uns zukommen“.

Ein ganz anderes Thema wählte Anna Kratel. Die 15-Jährige besucht auch das Buchloer Gymnasium, ist aber schon in der neunten Klasse. „Mich interessiert Chemie und auch, was hinter den einzelnen Elementen steckt.“ Deshalb nutzte sie den Programmierkurs von Spit, um das bunte Periodensystem mit seinen vielen Buchstaben und Zahlen am Computer zu erklären. Sie hat das Periodensystem ebenfalls mit C# grafisch dargestellt. Fährt der Nutzer mit der Maus über den Bildschirm, wird das Element beschrieben, auf einem Foto dargestellt und ein Beispiel gezeigt, wie es vorkommt, erläutert Anna Kratel. Zudem gibt es für einige Elemente auch Reaktionsgleichungen – zum Beispiel H (Wasserstoff) plus O (Sauerstoff).

Für das Ergebnis ihrer Arbeit, für die Anna Kratel über ein halbes Jahr getüftelt hat, wurde die 15-Jährige beim Jugend forscht-Wettbewerb in Augsburg mit dem zweiten Preis in der Sparte Mathematik/Informatik ausgezeichnet. Nach Chemie hat sie nun auch Gefallen am Programmieren gefunden, denn das will sie weitermachen, versichert Anna Kratel. (Buchloer Zeitung/ Markus Frobenius)

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