11.03.2017

Kolping Frauenfrühstück in Rulle

Newsbild

Die Gleichstellung der  Frau in der Gesellschaft 

Fast 130 Frauen aus 18 Kolpingsfamilien nahmen am 3. Frauenfrühstück vom Kolping Bezirksverband Osnabrück in der Gaststätte „Zum alten Kloster“ in Rulle teil. Sie interessierten sich für das Thema 50 Jahre Frauen im Kolping, 100 Jahre Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) über das Birgit Ottens, Geschäftsführerin von SkF Osnabrück referierte. Christel Mysliworski, Geschäftsführerin im Kolping Bezirksverband Osnabrück begrüßte die Gäste mit den Worten: „Vor 100 Jahren hätte ich sagen müssen: Schön, dass sie kommen durften“ – da die Frau erst ihren Mann um Erlaubnis fragen musste.“ Ob dann alle Frauen hätten kommen dürfen bezweifelte sie. Der Weg der Gleichberechtigung war steinig und hart, deshalb war es wichtig, dass sich Verbände wie das SkF gründeten. In vielen Alltagssituationen war die Frau bis vor einigen Jahrzehnten von ihrem Mann abhängig. Erst 1962 konnte sie ein eigenes Konto eröffnen.  Sogar bis 1977 durfte sie ohne Einwilligung ihres Mannes nicht arbeiten.  

Auch der Kolpingverband war bis 1966 ein reiner Männer Gesellenverein wie Marion Witte, Beisitzerin beim Kolping Bezirksverband Osnabrück berichtete und zitierte Präses Dr. Rössler bei der Antragsbegründung 1966 Frauen in Kolping aufzunehmen.  „Von unserer Tradition her spricht wenig dafür, von der Gegenwart her spricht einiges dafür, auf die Zukunft hingesehen, spricht alles dafür. Es ist eine Wandlung, aber Herr der Zukunft, wer sich wandeln kann.“ Zwei Jahre nach dem Beschluss waren erst 623 Frauen im Kolpingwerk Deutschland, 1976 waren es bereits 22500 Frauen, wie Marion Witte berichtete. Heute sind 40 % der Mitglieder weiblich. Im Anschluss referierte Birgit Ottens über die geschichtliche Entwicklung und die Arbeit des Sozialverbands. Agnes Neuhaus, eine der ersten Frauen im deutschen Reichstag gründetet 1899 für sogenannte gefallene Frauen den Verein „Zum guten Hirten“. Hier fanden unehelich schwanger gewordene Frauen und ihre Kinder Zuflucht. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahre der heutige SkF. Der Sozialverband hat heute Bundesweit 10.000 Mitglieder, 6500 berufliche und 9000 ehrenamtliche Mitarbeiter. In der Diözese Osnabrück nimmt der Sozialverband, wie Birgit Ottens erzählte mit sieben Ortsvereinen die Interessen von sozial gefährdeten Kindern, Jugendlichen, Frauen, Familien und Senioren war. In den verschiedenen Bereichen wie der Geschäftsstelle in der Johannesstraße, der Kita in der Bramstraße sind insgesamt 60 hauptberufliche und 110 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig.

In der Vergangenheit ist in Sachen Gleichberechtigung zwar einiges geschehen, doch eine wirkliche Gleichstellung gibt es auch heute immer noch nicht. Auch in der katholischen Kirche ist noch Luft nach oben. Deshalb sind Frauenverbände in der kath. Kirche weiterhin notwendig und unverzichtbar, wie Birgit Ottens erklärte. „Hahn im Korb“ war bei der Veranstaltung Diözesanpräses und Kolpingbruder Reinhard Molitor, der nach dem reichhaltigen leckeren Frühstück gemeinsam mit den Gästen betete und sang.

Als PDF downloaden

Zurück zur Übersicht